Kommt der Abschied vom Dollar als Leitwährung? Wieso stürzen die Währungen zahlreicher Schwellenländer ab und was bedeutet das für Europa? Gibt es einen Grund dafür, dass die Ungleichheit seit den Sechziger Jahren gestiegen ist? Insolvenz, was ist das eigentlich? Das alles klären wir heute in den Linktipps – und ein paar Vorschläge, was Ökonomen nicht vergessen sollten, gibt es auch.
1. Der langsame Abschied vom Dollar
(Never mind the markets, Tobias Straumann)
Noch sei der Dollar die wichtigste Reservewährung der Welt – doch wie lange bleibt das noch so? Auch wenn es derzeit keine adäquate Alternative zur Leitwährung Dollar gebe, zeige sich der langsame Abschied, wie man am Beispiel Lateinamerika sehen könne: “Die langsame Abkoppelung vom Dollar im Finanzsektor zeigt, dass in Lateinamerika das Vertrauen in die eigenen Währungen stark zugenommen hat”, schreibt Tobias Straumann. Positiver Nebeneffekt: Der Abbau von Dollarschulden bedeute mehr Autonomie.
2. Mehr Wettbewerbsfähigkeit? Pustekuchen!
(weitwinkelsubjektiv.com, André Kühnlenz)
Ist der Boom der Schwellenländer vorbei? Der Zinssturz zahlreicher Währungen zeigt, dass die Anleger ihr Geld aus Ländern wie der Türkei, Südafrika oder Venezuela abziehen. Über den Grund scheiden sich die Geister: Ist das die Vorbereitung darauf, dass die US-Notenbank ihre expansive Geldpolitik im Frühjahr aufgeben möchte oder ist es vielmehr das einsetzende Bewusstsein, dass diese Länder politisch instabiler sind, als bisher angenommen? Vielleicht bedeutender seien die Auswirkungen für Europa, schreibt André Kühnlenz. Hier könnten die Exporte nämlich darunter leiden, dass die Fremdwährungen – im Vergleich – abstürzen.
3. Die Ungleichheit wächst, weil Reiche andere Reiche heiraten
(blogs.wsj.com, Jeffrey Sparshott, englisch)
Die Ungleichheit in der US-Gesellschaft sei seit den Sechziger Jahren deutlich gestiegen, zeigt eine neue Studie, die Daten von 1960 bis 2005 heranzieht. Ein Grund liege darin, dass sich gut ausgebildete Frauen tendenziell einen Partner suchen, der ein ähnliches Bildungsniveau hat. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Ungleichheit weitaus weniger drastisch ausfiele, wenn sich bei der Partnerwahl noch verhalten würde, wie in den Sechzigern: Damals bestanden tendenziell größere Einkommensunterschiede zwischen Partnern – das schwächte die durchschnittliche Ungleichheit in der Gesellschaft ab.
4. Fakten, die man nicht vergessen sollte
(pieria.co.uk, Frances Coppola, englisch)
Es gebe ein paar Dinge in der Volkswirtschaft, die man gerne wieder vergesse, schreibt Frances Coppola und fasst einige davon in vier Punkten zusammen – zum Beispiel, wieso Menschen ihren Konsum aus ihrem Einkommen und nicht aus ihrem Vermögen finanzieren. Sie erklärt, was eine Finanzkrise tatsächlich ist, nämlich ein Rückgang in der Nachfrage für Kredite. Und – “sorry Angela” – Exporte seien nicht ausreichend für eine belebte Wirtschaft, es brauche auch Konsum im Binnenmarkt.
5. Insolvenz, was ist das eigentlich?
(blicklog.com, Dirk Elsner, Video)
In einem anschaulichen Erklärvideo erklärt das Startup Explainity, was Insolvenz überhaupt ist. Es geht um eine Strohhalmfabrik und um eine Limonadenfabrik – und darum, was es konkret bedeutet, nicht mehr liquide zu sein. So wird zum Beispiel erklärt, was der Unterschied zwischen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung ist.
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